Interviews

Wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Joel Kaczmarek und ich bin seit ein paar Tagen als Herausgeber von Gründerszene, einem Onlinemagazin zum Thema Digitalwirtschaft, tätig, nachdem ich das Magazin zuvor vier Jahre als Teil eines Teams in der Rolle des Chefredakteurs mit aufgebaut und den dahinterstehenden Verlag Vertical Media mit ins Leben gerufen habe. Als Herausgeber habe ich vor allem eine repräsentative Funktion und unterstütze das Team, indem ich den Dialog in der Szene mit führe und anhand von eigenen Beiträgen wichtige Themenakzente setze.

Seid ihr ein Magazin oder ein Blog?

Das ist insofern eine lustige Frage, als dass wir früher wohl ein Blog waren aber eigentlich immer ein Magazin sein wollten. Mittlerweile sind wir das auch, also wir haben unsere Ausgangsposition als Blog glaube ich sehr deutlich umgewandelt und treten nun als Magazin auf.

Wie ist Gründerszene entstanden?

Gründerszene begann als das private Blogprojekt von Lukasz Gadowski, dem Gründer von Spreadshirt. Lukasz pflegte sozusagen „von der Szene für die Szene“ zu schreiben und mit der Zeit wuchs das Team immer mal wieder an und schrumpfte wieder. Also Gründerszene war lange ein Hobbyprojekt und mit der Zeit kamen auch andere Unternehmer und leiteten dessen Geschicke. Ich stieß im März 2009 dazu, als der Blog gerade ein gewisses Grundrauschen an Bekanntheit hatte und ohne Hauptverantwortlichen war. An mir war es anschließend, den Hobbyblog zu einem professionellen Magazin zu transformieren. Es bildete sich ein Team, das aus dem einstigen Hobbyprojekt ein richtiges Unternehmen formte. Ich habe durch meine Chefredakteurs-Rolle sicher immer eine hohe Sichtbarkeit gehabt, de facto war es aber ein ganzes Team aus jungen motivierten Leuten, das Gründerszene zu einer Unternehmung ausgebaut hat, wobei auch Lukasz und sein Inkubator Team Europe sehr aktiv unterstützten.

Wie werdet ihr von den Startups wahrgenommen?

Ich glaube Startups schätzen uns für unsere zeitnahe Berichterstattung und dafür, dass wir der Szene in gewisser Weise ein Gesicht geben. Wir haben uns in der Vergangenheit einen Namen als kritisches und investigatives Magazin gemacht und dort gilt es meinem Gefühl nach, wieder etwas mehr anzuknüpfen. Zweifelsohne gab es aber auch oft Diskussionen, ob wir durch die Investoren-Zugehörigkeit von Team Europe neutral genug sein können. Ich denke, dass uns das eigentlich ganz gut gelungen ist, zumindest war es immer unser Anspruch.

Inwieweit stellt Gründerszene ein Leitmedium in der Startup-Welt dar?

Gründerszene erscheint mir schon als eine von wenigen Anlaufstationen, die Startup-Gründer über ihren Tag hinweg ansteuern, um relevante News aus ihrer Branche zu bekommen. So wie Textilwirtschaft in der Modeindustrie gelesen wird oder W&V bei den Werbern, hat Gründerszene die Digitalwirtschaft zum Thema und verfügt dort nach meinem Gefühl über eine gute Abdeckung.

Welche Trends bewegen die Startup Szene gerade?

Ach, solche Fragen fallen mir immer schwer zu beantworten. Ich glaube Mobile hebt als Themenkomplex langsam ab, nachdem dies schon jahrelang prognostiziert wurde. Auch SAAS-Gründungen, also Dienstleistungen, die quasi eher gemietet, denn gekauft werden, gewinnen an Zuwachs – gerade im B2B-Segment. Darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass das globalere Denken massiv zunimmt und Startups mittlerweile schneller und früher auf zusätzliche Märkte setzen.

Welche Besonderheiten bietet der deutsche Markt für Startups?

In Europa ist Deutschland einer der größten Märkte und blickt auf eine große Kaufkraft. Gleichzeitig verfügt er dennoch über eine gewisse Begrenzung, sodass es sich für manche Startup-Themen empfiehlt, früh global zu denken. Ich habe das Gefühl, dass viele Internet-Themen die breite Maße auch noch nicht durchdrungen haben, also wenn man sich mal die Generationen vor uns anschaut und den Durchschnittsbürger allgemein, scheint Deutschland mir anderen Märkten gegenüber in Sachen Innvovationsfreude hinterher zu hinken. Gerade auch Mobile-Themen haben in Deutschland noch nicht die Durchschlagskraft wie andernorts. Finanzierungsseitig würde ich sagen, dass Deutschland auch die Besonderheit hat, in späteren Phasen, in denen die großen Tickets gelöst werden, kaum über Investoren zu verfügen. Also ab einer bestimmten Kapitalsumme muss sich ein Gründer im Ausland umschauen und das in der Regel eher im außereuropäischen Ausland.

Wie schwer ist es heutzutage für deutsche Startups Venture Capital zu erhalten?

Das ist sicher eine individuelle Frage, aber eigentlich nicht sehr schwer. Die Schwierigkeit liegt oftmals viel eher darin, zum richtigen Zeitpunkt zur richtigen Bewertung die richtige Summe zu erhalten und dafür auch den richtigen Partner auszumachen. Es geht also oftmals eher um Timing und etwas Glück. Daneben stellen auch die späteren Finanzierungen bzw. manchmal die Anschlussfinanzierungen an die erste Finanzierung eine gewisse Herausforderung dar.

In welcher Phase sollte man sich befinden?

Dafür gibt es glaube ich kein Patentrezept. Generell ist es ratsam, bereits erste Fakten in Form von Technologie, Intellectual Property, Firmenentwicklung usw. geschaffen zu haben, da es die eigene Verhandlungsposition immer massiv verbessert, wenn „schon etwas da ist“. Prototypen, erste Kunden oder Umsätze können hier sehr helfen. Jenseits dessen gibt es halt einige Do’s und Don’ts wie überall, aber auch diese sind sehr vielfältig. Man muss auch sagen, dass sich manche Ideen für Venture Capital eignen und manche nicht. VCs sind letztlich immer von skalierbarem Wachstum besessen und wenn ein Modell die Möglichkeit dazu bietet und der Gründer sich damit wohl fühlt, kann über Venture Capital nachgedacht werden.

Was wünschst du dir für den Gründungsstandort Deutschland?

Mehr Fehlerbereitschaft, weil man aus Fehlern viel lernt und ein positiveres Klima, in dem man sich für andere freut und sie unterstützt und ihnen nicht mit Missgunst und Neid begegnet. Die deutsche Nörgelkultur ist anstrengend, auch wenn sie mich manchmal selbst erfasst. Es fühlt sich so an, dass Unternehmer hierzulande teilweise als unschicklich gelten. Oft wird genörgelt oder das Streben nach Erfolg vermeintlich verurteilt.

Manche Beobachter sehen in der umtriebigen Welt der Startups bereits die Gefahr einer erneuten Blase heraufziehen. Inwieweit sind die momentan aufgesetzten Geschäftsmodelle wirklich nachhaltig? Inwieweit ist alles „nur Hype“?

Das Risiko einer Blase im Sinne eines totalen Zusammenbruchs sehe ich nicht, aber es ist durchaus berechtigt, dass vielen Startups ein wertschöpfender Kern fehlt. Ich habe festgestellt, dass oftmals ein umgekehrt proportionales Verhältnis vom Grad an Aufmerksamkeit und dem wirtschaftlichen Erfolg besteht. Erfolgreiche Startups benötigen oft keine PR oder haben keine Zeit dafür. Während viele, die die Werbetrommel rühren, leider keine wirkliche Wertschöpfung darüber hinaus präsentieren. Das mag nicht immer verallgemeinerbar sein, aber gerade in Berlin grassiert schon manchmal ein gewisser Hype, dem es aber an Substanz fehlt. Ein Berlin-spezifisches Problem ist dies aber nicht unbedingt. Ich hoffe dennoch dies ändert sich mit der Zeit – gerade technologiegetriebenere Gründungen wären wünschenswert.

Du wirst bald als Chefredakteur abtreten. Wie geht es für dich nun weiter?

Nach vier Jahren als Chefredakteur von Gründerszene war für mich einfach der Zeitpunkt gekommen, etwas Neues zu machen. Ich habe sehr vieles gesehen, ein breites Kontaktnetzwerk aufgebaut und hatte das Glück, auch sehr viel zu lernen. Derzeit sitze ich an einem Buchprojekt, das mir viel Vergnügen bereitet und nach dessen Abschluss im Sommer werde ich mir eine neue Beschäftigung suchen, bei der ich meine Erfahrungen anbringen kann und neue Einsichten erhalte. Unterschiedliche Gespräche dafür laufen schon und grundsätzlich werde ich der Szene erhalten bleiben. Ansonsten kann man mir unter www.indivijoel.de folgen, dort halte ich die Szene darüber auf dem Laufenden, was mich bewegt und teile meine Gedanken.

Was ist deine Meinung zu dem SUN Projekt?

Ich muss gestehen, dass ich das Projekt nicht kannte, aber die Vernetzung von jungen Menschen – gerade aus der Uni heraus – mit der Szene halte ich für sinnvoll. Und erfahrungsgemäß führt gerade der aktive Austausch mit anderen zu guten Ergebnissen. Events können hier sicherlich ein guter Weg sein. Von daher drücke ich die Daumen.

Vielen Dank Joel für das Interview.

Das Interview führte Jean-David Herld.

Wer bist Du und was machst Du?

Mein Name ist Michael Münnix, ich bin seit 2011 als Associate bei der deutschen Venture Capital Gesellschaft Target Partners. Davor war ich seit 1997 unternehmerisch in der IT Welt unterwegs, als Freelancer, bei unterschiedlichen Startups und mit einigen eigenen Projekten. Inhaltlich war alles zwischen Software-Entwicklung, Produkt-Entwicklung und Business-Development dabei. Die längste Zeit habe ich dabei bei Orimos verbracht, einem Berliner Startup, in dem wir finanzmathematische Software für Banken entwickelt haben. Im Jahr 2008 wurden wir von der ION Trading Group übernommen. Vom Hintergrund bin ich eigentlich Physiker, habe in Berlin Bauteile für die Quantencryptographie entwickelt und anschließend in theoretischer Physik promoviert. Dabei war ich Stipendiat der Studienstiftung sowie des Fulbright-Programms und bin nun auch Mitglied des SUN-Netzwerks.

Gib uns doch mal ein paar Eckdaten zu euch: Größe, Größe des Fonds, Schwerpunkt, Stage, Investments…

Target Partners gibt es seit 1999. Über zwei Fondgenerationen verwalten wir insgesamt 225 Millionen Euro. Wir sind ein kleines Team von vier Partnern und zwei Associates, ergänzt durch einige Venture-Partner mit spezieller Sektor-Expertise. Typischerweise investieren wir in der Frühphase (Series A), machen aber auch Seed und Later-Stage Investments. In der Frühphase investieren wir in der Regel zwischen einer und drei Millionen Euro; in der gesamten Zeit, in der wir das Unternehmen begleiten, ca. drei bis acht Millionen Euro, es gibt aber auch einige Ausreißer nach oben. Wir haben großes Interesse an Themen, die stark technologiegetrieben sind, weil fast alle von uns aus Technologie-Industrien kommen, wir dort also den Schwerpunkt unseres Netzwerk und unseres Erfahrungsschatzes haben. Inhaltlich ist das Feld sehr weit gestreut – um ein paar Beispiele aus unserem Portfolio zu nennen: JouleX – Energy Management für Rechenzentren (gerade übernommen von Cisco), doo – Persönliches Document-Management, Theva – Hochtemperatur-Supraleiter und tado° – Intelligente Heizungssteuerung für Singles und Familien. Wir pflegen einen sehr engen, häufig freundschaftlichen Kontakt mit den Gründern in die wir investiert haben und öffnen ihnen unser gesamtes Netzwerk.

Was begeistert Dich am Job als VC?

Zum einem ist man am Puls der Zeit, was neue Technologien auf unterschiedlichsten Sektoren angeht. Man muss sich ständig in neue Themenfelder hineindenken und erweitert so seinen Horizont. Zum anderen behält man makroökonomische Trends im Blick. Man entwickelt mit der Zeit einfach einen sehr guten Überblick über die weltweite Wirtschafts- und Technologielandschaft. Darüber hinaus hat man mit sehr interessanten Menschen, nämlich Unternehmern zu tun. Ich mag dieses Umfeld sehr.

Was ist wichtiger: Das Team oder die Idee?

Ganz klar das Team, wobei eine gute Idee Voraussetzung für eine Finanzierung ist. Die genaue Positionierung eines Startups ändert sich in den ersten Jahren häufig. Das Unternehmen findet mit der Zeit einfach die richtigen Angriffspunkte für einen bestimmten Markt oder ein bestimmtes Problem. Ein gutes Team bekommt das hin, ein unvollständiges Team vielleicht nicht.

Was muss ein Gründer tun, um bei euch eine Finanzierung zu bekommen?

Besonders wichtig neben Team und Idee sind für uns Marktgröße, Technologiefokus und Markt-Einstiegsbarrieren. Wir investieren sehr selten, nur in etwa 1 Promille aller Unternehmen, die wir uns ansehen. Der mit Abstand häufigste Grund einer negativen Entscheidung ist, dass die adressierbare Marktgröße für uns zu klein ist. Viele Startups, denen wir aus diesem Grund absagen, haben ein valides Geschäftsmodell und häufig glauben wir, dass es für die Gründer ein lukratives Geschäft mit überschaubarem Risiko sein kann. Einem VC-Fond liegt allerdings eine andere Metrik zu Grunde: Wir müssen sehr große Exits erreichen, um eine gute Rendite auf Basis des Fonds zu erwirtschaften. Daher investieren wir nur in Startups, wenn wir glauben, dass sie sehr stark wachsen können und gehen dadurch stärker ins Risiko.

Was ist wichtiger – Profitabilität oder Wachstum?

Das kommt stark auf die Phase des Unternehmens sowie das Segment in dem es tätig ist an. Viele Technologie-Exits finden statt bevor der erste Umsatz fließt. Bei E-Commerce Exits sind die Unternehmen in der Regel hingegen deutlich profitabler. Ich denke man sollte als Gründer die Strategie zu Monetisierung immer im Hinterkopf behalten und sie oft hinterfragen. In den ersten Jahren ist Wachstum aber deutlich wichtiger. Genau dieses Wachstum, das vor der Profitabilität stattfindet finanziert ein VC.

Welches sind die Top 3 Anfängerfehler von StartUps in Deutschland?

  • 1.) Meiner Meinung nach werden häufig Themen, die außerhalb des eigenen Fachgebiets liegen vernachlässigt. Als klassisches Beispiel, ist ein Ingenieurs-Startup zu nennen, das keinen besonderen Wert auf Marketing legt. Startups, die sehr stark analytisch getrieben sind mangelt es häufig an Mut zur Innovation. Ich glaube es ist daher sehr wichtig ein heterogenes Team zu haben, das sich gegenseitig ergänzt.
  • 2.) Viele Startups konzentrieren sich bei der Ideenfindung stark auf die Identifizierung von ungelösten Problemen. Mindestens genauso wichtig ist allerdings die Marktgröße. Andernfalls kann es passieren, dass das Unternehmen nach wenigen Jahren schon schlicht aufgrund von externen Faktoren an die Grenzen des Wachstums stößt. Also: Think Big!
  • 3.) Viele Startups sind von der Idee an konzipiert um sie zu verkaufen. Das kann funktionieren, geschieht aber nicht sehr häufig. Besser ist es meiner Meinung nach auf nachhaltiges Wachstum zu setzen und Assets aufzubauen. Der VC oder evtl. der Exit kommt dann fast von alleine. Ich bin daher ein großer Fan von Bootstrapping in der ersten Phase. Allerdings gibt es auch einige Modelle, die ohne VC von Beginn an nicht funktionieren.

USA vs. EU – hinken wir Amerika in Sachen VC und Entrepreneurship hinterher?

Leider gibt es in Deutschland immer noch zu wenig Venture Capital Investoren, bzw. es ist sehr schwierig Investoren für sich gewinnen zu können. Was Entrepreneurship angeht, sind es meiner Meinung nach Unterschiedliche Mentalitäten. Etwas polarisiert formuliert, ist der Silicon-Valley Unternehmer vom Typ her meistens ein Techie, der sich auf Innovation und Wachstum fokussiert, der deutsche Unternehmer hingegen häufig ein Consultant-Typ, der sich auf KPIs und Profitabilität konzentriert. Beides ist wichtig. Ideal ist eine Mischung aus beidem.

Welche Themen sind für Dich derzeit interessant?

Ich persönlich finde aktuell die Themen Enterprise Storage, Clean-Tech, Banking 2.0, (Really) Big Data und Augmented Reality besonders spannend. Neben solch großen Themenfeldern gibt es aber noch viele Nischenthemen die unheimlich interessant sind. Als Gründer ist es daher keine Pflicht partout auf die großen Trends zu setzten.

Wie stehst du zu Copycats?

Ich persönlich finde sie grauenhaft. Ich denke Sie schaden dem Ruf von Deutschland als Innovations-Standort nachhaltig. Der Anteil der Copycats ist in Deutschland aber in den letzten Jahren zurückgegangen. Aus Investorensicht sieht es allerdings etwas anders aus. Wenn der Proof-of-Concept in einem anderen Land schon erbracht ist, mindert das das Risiko natürlich. Das Gleiche gilt für die Gründer. Zudem gibt es eventuell schon einen Exit-Kanal, nämlich das kopierte Unternehmen.

Auf welchen StartUp-Events kann man euch treffen und welche Blogs/Zeitungen kannst du empfehlen?

Ich bin auf vielen Events überall in Deutschland. Wo ich gerade bin poste ich in der Regel auf LinkedIn und auf Target Partners News. An Blogs mag ich aktuell (nicht unbedingt alle mit direktem Startup-Bezug), uxmag, readwrite, makezine, mashable, minimallyminimal und den Klassiker TechCrunch.

Was ist Deine Meinung zu dem SUN Projekt?

Ich finde es großartig! In meiner Zeit als Stipendiat habe ich zwar sehr interessante Menschen kennengelernt, der Austausch war aber meist akademischer und nur sehr selten unternehmerischer Natur. Dabei gibt es meiner Meinung nach bei den Netzwerken der Förderwerke unheimlich großes Potential für Startups! SUN bündelt und kanalisiert dieses Potential und darüber freue ich mich sehr!

Vielen Dank Herr Dr. Münnix für das Interview.

Das Interview führte Jean-David Herld.

Wer bist Du und was machst Du?

Ich bin Holger Sprengel, Deutscher mit Wohnsitz im wundervollen Barcelona und Gründer von den Inkubatoren HS3 und H2Aventures. Im Jahr 2006 bin ich nach dem Verkauf meiner Firma plan_b media AG in Köln nach Barcelona gezogen, um mich weiter unternehmerisch zu betätigen.

Was kannst du uns zu HS3 erzählen. Wie viele Firmen habt ihr bisher unterstützt, wo liegt euer Fokus etc.

HS3 haben wir im Jahre 2006 gegründet, sowie im Jahre 2010 H2AVentures mit einem argentinischen Partner, der in Buenos Aires unser Büro leitet. Grupo HS3 ist in verschiedenen Sektoren aktiv, H2AVentures ist fokussiert auf digitale Projekte.

Warum habt ihr euren Firmensitz in Barcelona, Spanien?

Barcelona war schon immer unsere europäische Lieblingsstadt, wo es einfach Spaß macht zu leben und zu arbeiten. Als mein Bruder von Bertelsmann hierhin geschickt wurde, war es eine glückliche Fügung.

Was macht dir mehr Spaß? Die Operative oder das Verwalten der Firmen aus dem Hintergrund?

Die operative Gestaltung und die Tätigkeit an sich macht mehr Spaß, aber kostet auch viel Energie und ist nur eingeschränkt bei mehreren Firmen umsetzbar.

Hattest du schon einmal eine Situation bei der du dachtest: Das Team ist super, die Idee so mittel und ihr das Team trotzdem unterstützt habt? Eventuell auch umgekehrt?

Ja, das kommt immer vor. Eine 100 % perfekte Kombination gibt es nie. Ein super Team ist wichtiger als alles andere, denn auch an einer guten Idee muss immer gearbeitet werden.

Auf welchen Märkten seid ihr aktiv?

Grundsätzlich weltweit, so etwa mit unserem Mobile Games Startup Nurogames und unserer Dating-Plattform IQ Elite. Allerdings haben wir einen Fokus auf Spanien und Lateinamerika. Dies betrifft insbesondere die Acceleration-Projekte, mit denen wir andere Startups bei der Expansion in diese Territorien mit der Übernahme unternehmerischer Risiken und gegen ein Upside (Equity oder guten Revenue Share) unterstützen.

Was ist der Unterschied zwischen dem Deutschen und dem Spanischen bzw. dem Südamerikanischen Markt?

Der spanische, aber vor allem der südamerikanische Markt ist wesentlich weniger reif und sehr viel dynamischer mit mehr Chancen und weniger Wettbewerb – aber auch derzeit mehr Risiken und Unbestimmtheiten.

Habt ihr jemals ein Startup in den USA unterstützt? Wenn nein, warum nicht?

Nein, bislang noch nicht. Der Wettbewerb ist hart und die Möglichkeit für US Startups, dort Kapital aufzunehmen, ist nicht so schwierig wie in Europa.

Welchen Trend siehst du derzeit in der Startup Branche? Ist er nachhaltig?

Es gibt bereits sehr gefestigte Bereiche, wie eCommerce, wo es für Startups schwierig ist, Fuss zu fassen. Allerdings gibt es noch viele „disruptive“ Bereiche, wo es viel Neuland und viele Chancen gibt. Mobile ist immer noch „hot“ und 3D Printing wird immer interessanter.

Welchen Tipp kannst du Gründern auf den Weg geben?

Persistence, persistence, persistence!

Wie informierst du dich selbst über die Start-Up Szene?

Einschlägige Newsletter, wie Gründerszene, Techcrunch, Venturebeat…weiterhin versuche ich, regelmäßig an Konferenzen und Kongressen teilzunehmen, wo es insbesondere über den persönlichen Austausch mit Gleichgesinnnten geht.

Was ist Deine Meinung zu dem SUN Projekt?

Eine klasse Initiative, der es bestimmt gelingen wird, eine nachhaltige Community mit Top-Leuten zu generieren.

Vielen Dank Herr Dr. Sprengel für das Interview.

Das Interview führte Kai Niehues

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